Radwende

Der Radweg ist das Ziel

Es ist schwer vorstellbar: Eine Stadt, in der die Straßen gleichberechtigt von Auto- und Radfahrern genutzt werden können. Der Verkehr wäre effizienter, die Menschen entspannter, die Luft sauberer und niemand hätte mehr Angst, sich auf seinen Radsattel zu schwingen. Damit diese Utopie aber jemals Realität werden kann, muss sich gesellschaftlich und politisch einiges ändern. Die Radwende-App und -Installation von Scholz & Volkmer leistet einen Beitrag dazu.

Weniger Autos bedeuten geringere Kosten und mehr Lebensqualität – diese Erfahrung haben Menschen in Städten wie Kopenhagen oder Amsterdam längst gemacht. Doch in Deutschland ist die Realität noch eine andere. Das bestätigt auch der große Fahrradklimatest 2016 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC): Wiesbaden beispielsweise belegte zum dritten Mal in Folge den letzten Platz und gilt damit unter deutschen Großstädten als fahrradunfreundlichste Stadt. Aber auch Großstädte wie Köln, Berlin, Stuttgart, Hamburg, oder Düsseldorf schnitten bei der Umfrage ähnlich schlecht ab.

Unter diesen Umständen drängt sich die Frage auf, wie man Radfahrern in Zukunft zu mehr Sichtbarkeit verhelfen und dadurch die Radtauglichkeit einer Stadt positiv beeinflussen könnte. Eine Antwort darauf hat Scholz & Volkmer bereits 2013 mit der Entwicklung der Radwende-App gegeben. Das Prinzip dahinter ist einfach: Die Radwende-App zeichnet die gefahrenen Strecken der Nutzer auf, bündelt diese und visualisiert sie in einer digitalen Karte. Je stärker frequentiert eine Strecke ist, desto stärker wird diese auch visuell hervorgehoben.

„Die Radwende App kombiniert Bürgerpetition, Kunst und Klimaschutz."

App Art Award, Sonderpreis Crowd Art

Die Radwende-Initiative stellt somit eine komplett neue Form der Bürgerbeteiligung dar – nicht per Unterschrift oder Klick, sondern durch die einfache Nutzung der Infrastruktur mit dem Rad. Jeder gefahrene Kilometer ist eine kleine Petition für eine fahrradfreundlichere Stadt. Ein Lobbyinstrument, das aufzeigt, welche Wege besonders häufig mit dem Rad befahren werden und deshalb ausgebaut werden müssen. Gleichzeitig können die dabei entstehenden Karten als Grundlage für die zukünftige Radverkehrsplanung dienen.

Österreich macht’s vor

Dass die Radwende-App als solide Planungsgrundlage für den Ausbau der Fahrradinfrastruktur genutzt werden kann, glaubt auch die Verwaltung der Stadt Linz. Als drittgrößte Stadt Österreichs hat Linz die Radwende-Initiative bereits 2016 im Rahmen des Ars Electronica Festivals erfolgreich getestet und in diesem Jahr in Form einer Kampagne neu ausgerollt. Dabei ermöglicht eine neu entwickelte Auswertungsplattform den Verantwortlichen der Stadt eine noch detailliertere Aufschlüsselung der Tracking-Daten, sodass im Rahmen der Stadtplanung zukünftig nicht nur stark frequentierte Strecken, sondern eben auch Stoßzeiten berücksichtigt werden können.

Die Radwende Installation auf der Ars Electronica 2016 in Linz

Doch die Linzer profitieren nicht nur auf lange Sicht von der Radwende: Um einen zusätzlichen Anreiz für die Nutzung der App zu schaffen, hat die Stadt ein Bonussystem eingeführt: Zum Einen wird die Gemeinschaft der Linzer Fahrradfahrer für jeweils 15.000 kollektiv geradelte Kilometer mit einer fahrradfreundlichen Maßnahme belohnt – wie etwa der Errichtung einer neuen Radservice-Station im Stadtgebiet. Zum Anderen zählen aber auch die individuell geradelten Kilometer, mit denen die Linzer bei teilnehmenden Partner bezahlen können. So gibt es zum Beispiel für 70 geradelte Kilometer nicht nur straffe Waden, sondern auch eine Portion Pommes.

Höchste Zeit also, dass auch deutsche Städte auf den Sattel springen! Melden Sie sich bei uns und gemeinsam bringen wir die Radwende auch in Ihre Stadt!

Zum Projekt

Ansprechpartnerin

Nanna Beyer

Produktmanagement

0611 180 99-197

n.beyer@s-v.de

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